"Der Br" - ein episches Werk mit Potential

"Der Br" - ein episches Werk mit Potential

Ich weiß ehrlich geschrieben gar nicht, warum ich mich nach knapp 20 Jahren, an einem unausgeschlafenen Sonntagmorgen, wieder an diese Begebenheit erinnere, aber das soll mich nicht davon abhalten diese zu verschriftlichen.
Damals befand ich mich in einer pubertären Unmotiviertheit, gepaart mit einer ordentlichen Portion Faulheit. Für meine Deutschlehrerin war das natürlich keine geltende Ausrede und so verlangte sie von uns die Niederschrift einer fiktiven Geschichte über "mindestens eine volle DIN A4-Seite" innerhalb der nächsten halben Stunde des Unterrichts.
Ich kann mich leider nicht mehr genau erinnern was ich in den 30 Minuten meiner Lebenszeit angestellt habe, allerdings stand am Ende der Zeit nur folgende Überschrift auf der ansonsten noch strahlend weißen Seite: "Der Br".
Ja, richtig gelesen, ich hatte es nicht mal geschafft eine erste Überschrift zu formulieren. Es hätte die fantastische Geschichte "Der Bruchpilot aus dem Taunus" oder aber auch der Beginn einer äußerst beliebten Fantasy-Reihe "Der Bratapfelexpress - eine süße Reise" werden können, sollte es aber nicht.
Irgendwie hatte unsere erfahrene Deutschlehrerin so eine Vermutung und forderte mich auf nach vorne zu kommen und meine Geschichte vorzulesen. Ich scheute mich natürlich etwas davor mein geniales Werk so offen vor der Öffentlichkeit zu präsentieren, sie kannte allerdings keine Ausrede.
Resigniert stapfte ich nach vorne und improvisierte unglaublich kreativ schon bei der Überschrift: "Der Brand". So, das saß, die Spannung war auf dem Höhepunkt, alle starrten mich wie gebannt an. Dann jedoch kam ich etwas ins Stottern und versuchte weiter auf dem hohen eingeschlagenen Niveau zu erzählen. Leider gelang dies nicht ganz und so endete die Schulstunde mit einem Klassenbucheintrag und dem schallenden Gelächter meiner Mitschüler.
Und die Moral von der Geschicht? Faulheit schützt vor Strafe nicht.

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