Warum eine Löwentrophäe aus Papier trotz schlechter Usability ein tolles Geschenk ist

Von Frederik, veröffentlicht am 02.01.2018

Vor über einem Jahr wurde ich zufällig in einem Schreibwarenladen auf die einzigartigen Papierskulpturen von Paperwolf aufmerksam ( bei Amazon kaufen über Partnerlink ).
Rasch fügte ich diesen Wunsch meiner Weihnachtsliste hinzu und bekam dann auch tatsächlich den Löwen geschenkt.

So einfach und schnell wie erhofft ging der anschließende Zusammenbau allerdings nicht. Bis auf eine kurze (fast unbeschriftete) Anleitung und ziemlich viele gelbe Papierteilchen gab es nur dezente Einstanzungen im Papier, die den Nutzer dabei unterstützen daraus entweder "Talfalten" oder "Bergfalten" zu knicken.
Alleine dieser Teil ist aufgrund teilweise sehr enger Falten und nur kurzer Einstanzungen (gutes Auge nötig) alles andere als schnell gemacht, zumindest für mich als Einsteiger.

Nach dem ganzen Knicken folgt dann das Kleben. Zuerst empfiehlt es sich aus meiner Sicht nach Klebestellen auf den Einzelteilen selber zu schauen und erst dann die Stücke mit einander zu verbinden. So ist es später weniger kniffelig und schneller erkennbar welches Teil wohin gehört.

Die visuelle Anleitung hilft hier leider nicht sonderlich weiter und zeigt einem nur die nächsten Teile und den Sollzustand nach dem erfolgreichen Verkleben.
Müsste ich diese User Experience inkl. Usability jetzt aus einem beruflichen Standpunkt bewerten, würde wohl nicht viel Positives finden.

Vermutlich war das auch ein Hauptgrund, warum ich ein gutes Jahr für die Fertigstellung meines Löwen gebraucht habe. Die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr (ein Jahr später) hatte ich mir allerdings vorgenommen das Projekt erfolgreich abzuschließen und bemerkte dabei in den letzten Tagen verstärkt positive Aspekte bei der Arbeit: mit ruhiger Musik im Hintergrund und konzentriertem Arbeiten kam ich so in den Flow, dass jede Klebestelle eine neue Herausforderung bot, die ich mit etwas Konzentration meistern konnte (abgesehen von ein paar nicht ganz perfekten Spaltmaßen).

Durch den ständigen plastischen Erfolg und Fortschritt vor Augen blieb die intrinsische Motivation über eine Woche am Stück auf einem hohen Niveau und heute kann ich abschließend schreiben:
Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlichen und schicken Wonhnaccessoires ist und bereit ist sich auf einige Stunden (in meinem Falle geschätzte 50 Stunden, hängt aber von der Erfahrung und der Skulptur ab) konzentrierte Handarbeit einzulassen (ein wenig Feinmotorik kann nicht schaden), bekommt dafür eine stetige Bestätigung seiner Arbeit, eine neue Erfahrung und am Ende einen tollen Eyecatcher.

Profilbild

Frederik

Mein Name ist Frederik Niedernolte, ich bin 36 Jahre jung und stamme gebürtig aus Detmold in NRW.
Ich bin Medien- und Wirtschaftspsychologe (tätig als Service Manager User Research), ausgebildeter Fachinformatiker und Hobbyfotograf.
In diesem Blog berichte ich über alles was mich bewegt, interessiert, fasziniert und präsentiere einige Fotos von mir.

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